WLV in Nepal Teil 2 – die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Weihnachten steht vor der Tür – und damit Zeit für eine Weihnachtsgeschichte der etwas anderen Art! Neu ist diese Geschichte zwar ganz und gar nicht, wir könnten sie schon seit 10 Jahren erzählen. Freut euch auf eine Geschichte, die nicht besser zum diesjährigen Stuttgart-Lauf-Motto „Stuttgart-Lauf ist Herzenssache“ und damit auch in die Weihnachtszeit passt.

Gestern in Teil 1 durfte gerätselt werden, wie es überhaupt dazu kommt, dass Hunderte, ja Tausende von Nepalesen ein WLV-Shirt besitzen. Heute folgt Teil 2: die Auflösung.

Zum Rätsel geht es hier.

Von Ebersbach/Fils nach Nepal: Herzenssache

Humla ist einer von 77 Distrikten in Nepal und liegt an der nordwestlichen Grenze Nepals zu Tibet. Besonders viel los ist hier nicht Gerade einmal 9 Einwohner leben hier auf einem Quadratkilometer (zum Vergleich: in Baden-Württemberg sind es 300)! Das ändert sich gefühlt schlagartig, wenn wieder eine Ladung des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes eintrifft, und vor allem die Kinder Schlange stehen, um eines der begehrten T-Shirts zu ergattern. Die kommen ursprünglich aus Stuttgart, klar, da befindet sich unsere Geschäftsstelle. Aber ohne einen Stop in Ebersbach geht es nicht.

In Ebersbach/Fils wohnt Astrid Vöhringer. Sie reiste vor mehr als 30 Jahren nach Nepal um im Himalaya-Gebirge zu wandern. In Kathmandu besuchte Sie eine kleine Teppichfabrik. - Auf dem Rückflug hatte sie dann nicht nur einen neuen Teppich, sondern Kontaktdaten der Fabrikbesitzerin  Dolma dabei – eine Begegnung mit weitreichenden Folgen.

Denn Astrid Vöhringer entschied 2 Jahre nach ihrem ersten Nepal-Besuch, die befreundete Familie von Dolma wieder zu besuchen. Schon damals hatte sie die Taschen voller Geschenke für die Familie und für die Kinder der Arbeiter in der Teppichfabrik. 10 Jahre lang fuhr sie so nach Nepal – und gründete 2000 schließlich das „Nepal-Schulprojekt – Zukunft für Kinder“.

Von Ebersbach/Fils nach Stuttgart: Herzenssache

In Ebersbach wohnt nicht nur Astrid Vöhringer, dort wohnt auch Helmut Benke. Helmut Benke ist erfahrener Läufer, selbst Übungsleiter für Nordic Walking und vielfacher Stuttgart-Lauf-Finisher. Als er eines Jahres aufgrund einer Verletzung nicht mehr selbst beim Stuttgart-Lauf mitlaufen konnte, bot er seine Unterstützung als Helfer an. Stuttgart-Lauf ist schließlich Herzenssache!

Von Stuttgart nach Nepal: Herzenssache

Seither läuft er nicht nur, er hilft auch ehrenamtlich – und kam so in Kontakt mit den Helfer-Shirts beim Stuttgart-Lauf. Angesichts der Helfer-Shirts, die jährlich übrig bleiben, fragte er sich, ob diese nicht nur an das DRK, sondern auch an das Projekt seiner Ebersbacher Bekannten übergeben werden könnten. Und so kam es, dass seit 2009 jedes Jahr die übrig gebliebenen Shirts von allen WLV-Veranstaltungen, nicht nur dem Stuttgart-Lauf, gesammelt von Stuttgart nach Ebersbach und von Ebersbach nach Nepal gebracht werden.

„Die ersten Shirts haben wir 2009 erhalten und die waren lila. Inzwischen hatten wir schon alle möglichen Farben dabei.“ Beim ersten Mal wurden die T-Shirts von Kathmandu nach Humala aus mit der Post geschickt – was zur Folge hatte, dass die Kisten beinahe leer im Norden ankamen. Der Transport dauerte 6 Wochen und unterwegs hatte sich jeder draus bedient, sodass nur noch Luft drin war bis Humala.
Dass das Projekt Herzenssache ist, beweisst DB Schenker, der als einer der großen Sponsoren jährlich eintritt und den Transport kostenfrei übernimmt – „Ohne die ginge es nicht“, zeigt sich Astrid Vöhringer auch dem Spediteur gegenüber sehr dankbar. Schließlich sind es mehrere HundertT-Shirts die jährlich eingeflogen werden!

20-jähriges Jubiläum im Jahr 2020– es wächst, und wächst, und wächst

Das Projekt wächst und wächst:  viele hundert Kinder sind bereits Teil des „Nepal Schulprojekt – Zukunft für Kinder“. Es wurden drei Schulen gebaut. Alle Schulen wurden dem Staat Nepal übergeben und sind in staatlicher Aufsicht damit der Fortbestand gesichert ist. Inzwischen wurden sieben Kindergärten eingerichtet. Auch im neu gebauten Geburtshaus von 2018 in Humla wird bereits gearbeitet. Die ersten Kinder konnten dort schon unter guten hygienischen Bedingungen das Licht der Welt erblicken.

Es gibt  ein Ernährungsprojekt, bei dem alle Kindergartenkinder Obst bekommen. „Viele Nepalesen leiden unter Vitaminmangel da Obst sehr teuer ist. Wir servieren den Kindern zweimal die Wochezum Frühstück Obst, um diesen Missstand zu beheben“, berichtet Astrid Vöhringer.

Die Ebersbacherin  reist selbstverständlich immer noch nach Nepal. Jedes Jahr ist sie 2 mal 4-6 Wochen dort. „Meine Reisezeit ist auch ein Ansporn für die Leute vor Ort, etwas fertigzustellen bis ich komme. Die Motivation wird dadurch erhöht. Wobei es überhaupt nicht so ist, als würde ich die Taktung vorgeben. Ich gebe Ideen vor, die Umsetzung geschieht vor Ort nach den dortigen Gegebenheiten. “ Auch ihre nepalesischen Partner vor Ort arbeiten  selbstverständlich unentgeltlich. Für sie alle ist das Projekt Herzenssache.

Helmut Benke - war noch nie vor Ort. Dafür fehlt ihm als „Vollblut-Ehrenamtler“ einfach die Zeit. In 3 Jahren will er in Rente gehen. „Dann kommt er endlich mit nach Nepal.“ sagt Astrid Vöhringer „Ich will da auf jeden Fall hin, das mache ich.“ Herzenssache.

Hier geht es zur Website des „Nepal Schulprojekt – Zukunft für Kinder“.
Hier geht es zur WLV-Seite.

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