Gesundheitstipps 2016


Tipp 1: Restriktives Ernährungsdefizit im Sport

Durch intensives Training speziell im Ausdauerbereich kann es bei Athleten zu Störungen im Stoffwechsel kommen.  Bei weiblichen Athleten kann dies zu einer speziellen  Störung führen (female athlets triad), die in abgewandelter Form auch bei männlichen Athleten beschrieben wird. Es wird versucht Gewicht zu verlieren um schneller zu werden, da ist der Übergang in eine Essstörung manchmal nicht weit. Aufgrund von verschiedenen Regulationsstörungen im Hormonhaushalt der Frauen kommt es nun zum Ausbleiben der Regelblutung. Dieses wiederum kann zu Knochenschwund (Osteopenie/Osteoporose) führen.

Aus diesen Gründen ist es wichtig gewisse Alarmsignale des Körpers zu beachten, die wären z.Bsp. ein BMI unter 18 kg/m², ein Ausbleiben der Regelblutung, erhöhte Infektanfälligkeit und ein Leistungsrückgang, sowie widerkehrende Ermüdungsbrüche.

Wichtig bei der Trainings- und Wettkampfvorbereitung ist, dass die Energiebilanz trotz erhöhtem Training ausgeglichen ist. Der Energieverbrauch sollte nicht unter der Energiezufuhr liegen, damit nicht unnötig Gewicht verloren wird. Ein ausbleiben der Regelblutung sollte hormonell behandelt werden und die Athletin/der Athlet sollte eine Knochendichtebestimmung (DXA) durchführen lassen.

 

Dies sollte aber die Freude am Laufen und am Training nicht reduzieren, nur den Blick auf spezielle Probleme schärfen.

 

Dr.med. Christine Kopp

FÄ Allgemeinmedizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin

Tipp 2: Das Läuferknie

Beim Läuferknie handelt es sich um einen Überlastungsschaden am Knie, auch bekannt unter dem Namen Iliotibiales-Bandsyndrom. Es tritt gehäuft bei Laufsportlern auf, vorwiegend bei Ausdauerläufern.

Der Tractus iliotibialis als seitliche Sehnenplatte  am Oberschenkel verläuft am Knie  sehr eng am äußeren knöchernen Femurkondylus vorbei. Bei Belastung kommt es hierbei durch Reibung zu einer chronischen, mechanischen Irritation des Tractus. Dies führt durch entzündliche Veränderungen lokal zu einer Art Impingement-Syndrom und zu Schmerzen. Typischerweise treten die Schmerzen sehr plötzlich und stichartig erst nach einer gewissen Laufbelastung von etwa 20-30 min auf und zwingen den Läufer zur Aufgabe. Verstärkt wird der Schmerz beim Bergablaufen oder beim Treppensteigen nach sportlicher Belastung.

Als „innere“  Ursachen werden eine varische Beinachse („O-Bein“), eine erhöhte Grundspannung des Tractus, eine Beinlängendifferenz, eine Überpronation des Fußes oder eine muskulär instabile Becken- und Beinachse vermutet.

Laufen auf harten Untergründen, eine mangelnde Regeneration oder eine zu hohe Laufintensität können als Einflüsse von außen hinzukommen, und die Symptome verstärken.

Therapiert wird das symptomatische Läuferknie in erster Linie konservativ, zunächst mit lokalen antientzündlichen Maßnahmen (Kühlen, systemische Schmerzmittelgabe, nächtliche Salbenverbände,…). Ergänzend sind physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, zunächst zur Symptomlinderung mit detonisierenden Maßnahmen, später präventiv zur Beseitigung oben genannter Risikofaktoren durch muskuläre Stabilisierung der Becken- und Beinachse und durch exzentrisches Krafttraining der Oberschenkelmuskulatur.

Hilfreich ist in den meisten Fällen eine Gang- und Laufanalyse, um mögliche, pathologische Bewegungsmuster zu erkennen. Bei auffallender Überpronation des Fußes ist die Verordnung dynamischer Einlagen sinnvoll.

 

Dr.med. Mario Bucher

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

M-Arzt der Verwaltungsberufsgenossenschaft

 

Tipp 3: Jugend und Ausdauersport

Jugend und Ausdauersport

Während der vielfache Olympiasieger Haile Gebrselassie davon erzählt, dass er als Jugendlicher zweimal täglich 10km zu seiner Schule gelaufen sei, legt die Mehrzahl der deutschen Jugendlichen selbst früher selbstverständliche Wegstrecken heute überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder gar auf der Rückbank des elterlichen Autos zurück.  So geht Jugendlichen heute eine beträchtliche Zeit leichter körperlicher Beanspruchung verloren. Als Resultat erfahren Kreislauf und Bewegungsapparat in der Regel nur noch geringe Belastungen und Trainingsreize im Alltag.  Dabei unterstütz freizeitmäßig betriebener Ausdauersport  jeglicher Art den heranwachsenden Bewegungsapparat (Knochendichte/ Bindegewebe/ Sehnenelastizität etc.)  in seiner Entwicklung. Herz und Kreislaufsystem werden trainiert, das konditionelle Leistungsvermögen steigt und wirkt sich u.a. durch eine verbesserte Ermüdungswiderstands- und Regenerationsfähigkeit positiv auf alle Lebenslagen aus. 

Ambitionierter Ausdauersport im Jugendbereich sollte hingegen langfristig und nachhaltig erfolgen. Gerade im Jugendalter sind die der Pubeszenz geschuldeten  körperlichen Voraussetzungen der jugendlichen Sportler häufig sehr unterschiedlich. Daher ist auf ein interindividuelles Training, das den körperlichen Gegebenheiten des Sportlers Rechnung trägt, gerade auch im leistungsmäßig betriebenen Ausdauersport, zu achten.

Je nach Pubeszenzphase erfolgt im Jugendalter optimaler Weise auf der Grundlage eines sportmotorischen Grundlagentrainings schließlich eine sportartspezifische Spezialisierung. Mit zunehmender Ausreifung der Organe und des Bewegungsapparates, steigt auch die körperliche Belastungstoleranz und im Hinblick auf Ausdauersportarten die Trainierbarkeit der Kurzzeit-Ausdauerleistungsfähigkeit (anaerobe Ausdauer). Während im Kindesalter u.a. aufgrund der noch nicht vorhandenen Organreife intensive Ausdauerbelastungen im anaeroben Bereich nicht sinnvoll sind, sollte in diesem Alter vielmehr ein sportmotorisches Grundlagentraining erfolgen, das mit der Ausbildung einer allgemeinen Grundlagenausdauer (Langzeit-Ausdauerleistungsfähigkeit/ aerobe Ausdauer) einhergeht.

Grundsätzlich ist die Ausübung von Ausdauersport im Jugendalter kein Problem und eine regelmäßige sportliche Betätigung, ob hobbymäßig oder ambitioniert, zu empfehlen.

Sollten belastungsabhängig Beschwerden auftreten, Vorerkrankungen im Bereich des Herz-Kreislaufsystems bestehen oder  familiär gehäufte  Herzkreislauferkrankungen bekannt sein, ist eine vorangehende sportmedizinisch-kardiologische Vorsorgeuntersuchung notwendig.

 

Dr. med. Gunnar Erz

Assistenzarzt für Innere Medizin/Sportmedizin

SpOrt Medizin Stuttgart

 

Tipp 4: Laufen bei koronarer Herzerkrankung

Eine regelmäßige sportliche Aktivität reduziert das Risiko für Gefäßveränderungen. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Sport senkt den Blutdruck, beeinflusst die Blutfettwerte günstig, verbessert den Blutzuckerstoffwechsel und hat auch direkt günstige Effekte an den Gefäßen. Daher wird eine regelmäßige körperliche Aktivität bzw. Sport in der Primärprävention empfohlen. Auch bei Personen, die bereits Veränderungen an den Herzkranzgefäßen aufweisen oder vielleicht sogar schon einen Infarkt erlitten haben, wird (Reha-) Sport empfohlen. Aber wie sieht es mit Wettkampfsport aus, wenn man bereits eine koronare Herzerkrankung oder gar einen Infarkt hatte?

Prinzipiell wird von Wettkampfsport abgeraten, wenn eine koronare Herzerkrankung vorliegt. Ob eine Wettkampfteilnahme mit vertretbarem Risiko dennoch möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählt, ob man bereits einmal einen Herzinfarkt erlitten hat und wie lange dieser zurück liegt und ob die Herzfunktion eingeschränkt ist. Ebenso sollten keine Durchblutungsstörungen bzw. Rhythmusstörungen unter Belastung vorliegen. Nicht zu Letzt hängt es auch von den persönlichen Zielen ab: Wer die Teilnahme an einem Lauf als Motivation für das (Gesundheits-) Training braucht und nicht nach Bestzeiten strebt, kann nach einer ausführlichen Untersuchung und Beratung durchaus auch am „Wettkampf“ teilnehmen.

Ob eine Wettkampfteilnahme möglich ist, kann letztlich nur ein erfahrener Sportmediziner mit Ihnen zusammen entscheiden.

 

Prof. Dr. med. Christof Burgstahler

Facharzt Innere Medizin/Kardiologie/Sportmedizin

Tipp 5: Körperliche Aktivität als „Medikament“ für ein langes Leben?

Können wir uns durch Sport tatsächlich langfristig etwas Gutes tun? Oder ist Sport doch Mord?

Was würden Sie zu einer folgenden Werbeanzeige sagen? : „Unser neues Medikament kann ihr Risiko in den folgenden Jahren an einer Krankheit zu versterben um circa 20-30 Prozent senken! Noch dazu ist es nebenwirkungsarm, meist kostenlos und für jeden verfügbar!“

Klingt zunächst nach einer leeren Werbeversprechung. Aber, tatsächlich zeigen zahlreiche Studien mit hoher Evidenz, dass durch eine regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für viele Erkrankungen, insbesondere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, aber auch für Tumore oder chronische Lungenerkrankungen, deutlich gesenkt werden kann. Hierbei ist Sport vergleichbar mit einer medikamentösen Therapie, teilweise dieser sogar überlegen. Die Leitlinien der Fachgesellschaft für Sportmedizin und Prävention empfehlen eine körperliche Aktivität von circa 2 bis 2,5 Stunden pro Woche, ab welcher ein präventiver Effekt zu erwarten ist. Auch wer hierüber hinaus ein Mehr an Sport betreibt, profitiert hiervon zusätzlich. Die entscheidende Risikominimierung findet dabei jedoch beim Übergang von einer Inaktivität zu einem moderaten Training statt.

Die Effekte eines regelmäßigen Ausdauertrainings sind vielfältig. So lassen sich nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit und dadurch die Lebensqualität verbessern, sondern es zeigen sich auch positive Effekte auf den arteriellen Blutdruck, die Blutfettwerte, die Blutzuckerwerte, die Gefäßfunktion, die Körperkomposition sowie auf die kognitive Funktion und Gemütslage. 

Betrachtet man allerdings die aktuelle Situation in Deutschland und anderen Ländern so wird von dieser „Wunderpille Sport“ doch zu wenig Gebrauch gemacht. Bewegungsmangel und massives Übergewicht, über alle Altersgruppen verteilt, und insbesondere mit zunehmender Häufigkeit im Kindes- und Jugendalter, sind an der Tagesordnung. Hier sind für die Zukunft vielschichtige Lösungsstrategien gefragt.

So lässt sich vorab nur festhalten: „Werden oder bleiben Sie aktiv und nutzen Sie die positiven Effekte für sich!“

 

Dr.med. Philipp Schellhorn

Assistenzarzt Innere Medizin/Sportmedizin

Tipp 6: Lauf- und Ganganalyse

Das Laufen ist die natürliche Form der Fortbewegung und der Spitzensportler Emil Zátopek bringt es auf den Punkt: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ Damit der Mensch aber laufen kann, war eine skelettale und muskulöse Entwicklung sowie dessen perfekte Zusammenarbeit in der Evolution von Nöten. Mit Hilfe neuester technischer Verfahren wird diese Zusammenarbeit während einer biomechanischen Gang- und Laufanalyse gemessen und ausgewertet. Abweichungen vom optimalen Zusammenspiel können zu unterschiedlichsten Problemen und Beschwerden führen.

Dabei können die Beschwerden sowohl absteigender, als auch aufsteigender Natur sein. Beispielsweise kann die Ursache für Knieschmerzen von den Füßen und Sprunggelenken herrühren oder aber auch von Rumpf, Hüfte oder der Oberschenkelmuskulatur ausgehen. Um die Ursache zu behandeln sind das Anamnesegespräch sowie die Begutachtung abgelaufener (Sport-)Schuhe und Einlagen elementar. Die Anamnese wird während einer Gang- und Laufanalyse durch technische Hilfsmittel wie eine dynamische Pedographie und Videobilder von Hochgeschwindigkeitskameras ergänzt. Anhand der Pedographie lässt sich die Druckverteilung unter den Füßen während des Gehens messen. Mit Hilfe der Videobilder lassen sich dann Rückschlüsse auf das Zusammenspiel der am Laufen beteiligten Muskulatur und die Achsstellung der Gelenke ziehen. Anhand der gesammelten Ergebnisse lässt sich ein gezielter Trainingsplan erstellen, um das Zusammenspiel zu optimieren und Risiken mit Langzeitfolgen zu minimieren. Darüber hinaus wird eine Empfehlung für (Lauf-)Schuhe und gegebenenfalls auch für eine Einlagenversorgung gegeben.

 

Tobias Schick

Diplom-Sportwissenschaftler

SpOrt Medizin Stuttgart

Tipp 7: Das Schienbeinkantensyndrom

Hierbei handelt es sich um eine Überlastungsreaktion am Schienbein und tritt gehäuft bei Laufsportlern auf, vorwiegend bei Sprung-, Lauf- und Sprintsportarten. Symptome hierfür sind Schmerzen an der Schienbeinvorderkante v.a. nach sportlicher Belastung.

Man unterscheidet ein mediales vom lateralen Schienbeinkantensyndrom.

Beim medialen Syndrom treten die Schmerzen in den unteren 2/3 der inneren Schienbeinkante auf. Ursächlich dafür wird v.a. eine Überpronation im Fuß in der Auftreff- und Standphase angenommen. Dies führt zu einer Valgisierung des Fersenbeines, Einknicken von Sprungbein, Fußwurzel und Mittelfuß und schließlich zur Eindrehung des Unterschenkels. Durch diese Fehlbelastung kommt es zu einer Überlastung des M. tibialis posterior und des tiefen Wadenmuskels, des M. soleus. Beide Muskeln verlaufen eng an der inneren Schienbeinkante vorbei, was in der Fortsetzung der Stressreaktion zu einer Reizung der Knochenhaut führen kann.

Beim lateralen Schienbeinkantensyndrom treten die Schmerzen in den oberen 2/3 der äußeren Schienbeinkante auf. Als Ursache wird hier eine Druckzunahme in der Muskelloge des vorderen Schienbeinmuskels (M. tibialis anterior) gesehen.

Laufen auf harten Untergründen, eine mangelnde Regeneration oder eine zu hohe Laufintensität können als Einflüsse von außen hinzukommen und die Symptome verstärken, ebenso tritt ein Schienbeinsyndrom vermehrt bei Vorfußläufern auf.

Die Therapie sollte wie bei anderen Überlastungssyndromen zunächst symptomatisch erfolgen mit lokalen antientzündlichen Maßnahmen (Kühlen, systemische Schmerzmittelgabe, nächtliche Salbenverbände,…). Ergänzend sind physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, zunächst zur Symptomlinderung mit detonisierenden Maßnahmen, später dann präventiv zur Kräftigung der Fußmuskulatur und Stabilisierung der Sprunggelenks- und Beinachse.

Eine Gang- und Laufanalyse hilft, die pathologischen Bewegungsmuster zu erkennen. Durch die Anpassung dynamischer Einlagen mit Längsgewölbestütze kann die Überpronation des Fußes zusätzlich korrigiert werden.

 

Dr.med. Mario Bucher

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

M-Arzt der Verwaltungsberufsgenossenschaft

Gesundheitstipps 2015


Tipp 1 : "Die richtige Ernährung!"

n der Regel ist die ganz normale ausgewogene Ernährung, die sich an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, vollkommen ausreichend. Vor allem sollte darauf verzichtet werden eine zu hohe Anzahl an Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen. Bei Untersuchungen hat sich gezeigt, dass auch Leistungssportler mit hohen Ausdauerbelastungen und großen Trainingsumfängen, keinen Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen aufweisen. Sofern sie gesund waren, keine Mangelzustände und keine chronischen Erkrankungen hatten.

Bei hohen Ausdauerleistungen sollte jedoch auf die Kohlenhydratzufuhr (KH) am Ende des Laufes und 60-90 min nach der Belastung geachtet werden. Vor dem Lauf kann dies durch Zufuhr mittels normaler Mahlzeiten erfolgen (Kartoffeln, Reis Nudeln..). Ob während des Laufes auf flüssige KH (Getränke) oder feste KH (Bananen) zurückgegriffen wird, muss jeder Sportler für sich ausprobieren. Nach dem Wettkampf sollten die leeren Kohlenhydratspeicher innerhalb von 60-90 min wieder aufgefüllt werden, am besten in Kombination mit Proteinen. Bei der Proteinzufuhr reicht die Eiweißzufuhr über die normale Ernährung vollkommen aus. Hier liegt die empfohlene Tageszufuhr bei 1,2-1,4g/kgKG. Diese ist bei ausgewogener Ernährung einfach zu erreichen und muss selten durch Nahrungsergänzungsmittel ergänzt werden. 
Bei der Ernährung sollten auch die Fette nicht vergessen werden. Manche Vitamine (E, D,K,A) brauchen das Fett um überhaupt vom Körper aufgenommen zu werden. Eine fettarme Ernährung kann so zu Mangelerscheinungen führen. Im Moment werden Ernährungsformen wie KH frei oder gar Fasten zur Wettkampfvorbereitung empfohlen. Diese Maßnahmen sollten nicht alleine durchgeführt werden und in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt/Sportmediziner erfolgen. Da sich hier auch gesundheitliche Risiken ergeben könnten.
Die Flüssigkeitszufuhr ist von vielen Faktoren abhängig. Jeder Sportler schwitzt unterschiedlich viel. Dies ist von Faktoren wie Umgebungstemperatur, Bekleidung und Genetik abhängig. Der Körper leidet bis zu einem Flüssigkeitsverlust von 4% nicht unter Mangelzuständen, was bedeutet, dass in der Regel der verlorene Schweiß während einer Belastung nicht vollkommen ersetzt werden muss. Was jeweils vor, während und nach dem Lauf getrunken wird sollte unbedingt zuvor im Training versucht werden, um lästige unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfälle zu vermeiden.

Dr.med. Christine Kopp
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Tipp 2 : Verletzungen vorbeugen – das richtige Training zur richtigen Zeit ?

Das Laufen als Ausdauersportart ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Bei plötzlicher Steigerung des Laufpensums z.B. in der Trainingsphase vor einer geplanten Teilnahme an einem Laufevent steigt auch das Risiko einer Überlastungsreaktion bis hin zu einer strukturellen Schädigung. Am häufigsten treten Kniebeschwerden auf. Diese äußern sich z.B. durch eine Schwellneigung, durch Schmerzen im Bereich der Kniescheibe oder durch Schmerzen am Ansatz, Ursprung oder im Verlauf umgebender Sehnen (Patellasehne, Quadrizepssehne, Tractus iliotibialis). Weitere typische Beschwerden im Bereich der unteren Extremitäten sind Schmerzen im Verlauf der Achillessehne, der Plantarfaszie oder das Schienbeinkantensyndrom.

Ursachen für die genannten Beschwerden sind fast immer eine falsche Belastung, vorhandene Fehlstellungen oder ein zu hohes Trainingspensum.
Als präventive Maßnahme ist im Vorfeld eine Laufanalyse zu empfehlen, um mögliche Fehlbelastungen, Fehlstellungen oder muskuläre Defizite aufzuzeigen. Anhand dieser Analyse kann dann einerseits die Beratung bezüglich einer potentiellen Laufstiländerung erfolgen, andererseits die Beratung hinsichtlich des richtigen Laufschuhs, falls notwendig zusätzlich mit Anpassung spezieller dynamischer Schuheinlagen. Ebenso kann durch eine muskuläre Stabilisierung der Becken- und Beinachse eine mögliche Fehlhaltung beseitigt werden. 

Zudem ist die regelmäßige Durchführung von protektiven Dehnübungen bedeutend, um die Vorspannung der Sehnenansätze und dadurch die Zugkräfte auf die Sehnen zu reduzieren.
Eine weitere wichtige präventive Maßnahme ist die Regeneration mit ausreichenden Ruhephasen und einer ausgewogenen Ernährung, um weitere adäquate körperliche Belastungen zu ermöglichen. Unterstützt werden kann dies durch lokale Eistherapie direkt nach der Belastung und durch nächtliche Salbenverbände.
Insgesamt sollte man auf eine kontrollierte Steigerung des Trainingspensums achten, auftretende körperliche Überlastungszeichen frühzeitig erkennen, um diese therapieren zu können. 

Dr, med.Mario Bucher
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Tipp 3 : Schadet Sport dem Herzen?

Der gesundheitliche Nutzen sportlicher Aktivität ist durch viele Untersuchungen gut belegt. Wer sich regelmäßig bewegt, hat unter anderem ein geringeres Risiko an Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder bestimmten Krebsarten zu erkranken. Auch positiven Auswirkungen auf die Psyche sind für den Sport belegt. Aber gibt es vielleicht auch negative Auswirkungen von Sport auf den Körper bzw. kann zu intensiver Sport dem Herzen schaden?

Dieser Frage wird in den letzten Jahren vermehrt wissenschaftlich nachgegangen. Ein regelmäßiges (und intensives) Ausdauertraining führt zu Anpassungsreaktionen des Herzens. Das Herz von Ausdauersportlern ist häufig größer und „kräftiger“ (mehr Muskelmasse) als das Herz eines Nichttrainierenden. Dieses Phänomen wird häufig als „Sportherz“ bezeichnet. Inzwischen mehren sich jedoch Studien, die nahe legen, dass vor allem exzessiver Ausdauersport auch gesundheitliche Probleme verursachen kann. Schon länger ist bekannt, dass intensiver Sport das Risiko für Vorhofflimmern (einer insgesamt häufigen Rhythmusstörung) erhöht. Mittlerweile geht man davon aus, dass vor allem die rechte Herzhälfte auf Dauer durch extreme Ausdauerbelastungen in Mitleidenschaft gezogen werden kann und bei entsprechender Veranlagung auch bedrohliche Rhythmusstörungen auftreten können. Wenngleich die Mechanismen, die hinter dieser Beobachtung stehen, noch nicht vollständig geklärt sind, empfiehlt es sich – vor allem für Personen, die hohe Trainingsumfänge haben – regelmäßige sportmedizinische Untersuchungen durchführen zu lassen. Idealerweise kann dies mit einer Leistungsdiagnostik verknüpft werden, so dass individuelle Trainingsbereich angegeben werden können.

 

 

Prof. Dr. med. Christof Burgstahler

Facharzt Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin

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Tipp 4 : Lauftraining für Anfänger und übergewichtige Personen

Durch ein regelmäßig durchgeführtes Lauftraining können zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit erzielt werden. Dies gilt in besonderem Maße auch für Personen mit Übergewicht, da ein regelmäßiges Ausdauertraining unter anderem zu einer Verringerung des Fettgewebes führt, den Stoffwechsel und die Muskulatur leistungsfähiger macht und dabei das psychische Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl positiv beeinflusst.

Aber auch im Laufsport gilt – es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Beim Laufen treten im Vergleich zum Walken, Schwimmen und Radfahren deutlich größere Kräfte auf Gelenke, Bänder und Sehnen auf. Die Belastungen durch das Training können damit Strukturen des Bewegungsapparates schädigen. Gerade übergewichtige Personen, die mit dem Lauftraining beginnen bzw. Laufumfänge und Intensitäten steigern möchten, sollten deshalb folgende Hinweise beachten:

(1) Es empfiehlt sich sowohl aus orthopädischer als auch aus internistischer Sicht, vor der Aufnahme des Trainings einen sportmedizinischen Gesundheitscheck durchzuführen. Hierbei werden mögliche gesundheitliche Einschränkungen geprüft, die der Aufnahme oder Intensivierung des Trainings im Wege stehen könnten. Bei bestehenden Einschränkungen kann der Arzt gezielte Trainingsempfehlungen geben bzw. Alternativen zum Laufsport aufzeigen.

(2) Laufnovizen sind besonders anfällig für Überlastungsbeschwerden am Bewegungsapparat, dies gilt in besonderem Maße für übergewichtige Personen. Deshalb sollte der Übergang eines inaktiven Lebensstils hin zu einer regelmäßigen körperlichen Aktivität in Alltag und Sport mit einer allmählichen Belastungssteigerung einhergehen, um dem Körper die Zeit zu lassen, sich auf die neuen Belastungen einzustellen.

(3) Um hohe Belastungen durch starkes Übergewicht zu vermeiden, kann zur Gewichtsabnahme zunächst ein zügiges Walkingprogramm durchgeführt werden. Durch die Verringerung der Schrittlänge kann hierbei die Gelenkbelastung reduziert werden.

(4) Trainingseinheiten im Wasser und/oder auf dem Fahrrad können das Geh- und Lauftraining sinnvoll ergänzen. Gleiches gilt für Übungen zur Kräftigung der unteren Extremität und des Rückens, die das Auftreten von Beschwerden vorbeugen können und deshalb in das Trainingsprogramm aufgenommen werden sollten.

(5) Eine sinnvolle Möglichkeit zu einer gelenkschonenden Erhöhung der Belastungsintensität stellt das Training auf dem Laufband dar. Durch die Erhöhung der Steigung kann die Belastungsintensität sukzessive gesteigert werden (maximal 1°/2 Wochen bis hin zu 6°).

(6) Der Übergang zum Lauftraining kann durch intermittierende Walking-Jogging-Einheiten eingeleitet werden. Hierbei wird das Walkingtraining mit kurzen intensiven Laufbelastungen kombiniert.

(7) Ruhephase zwischen den Trainingseinheiten sind insbesondere zu Beginn des Training wichtig, um dem Körper genügend Zeit zu geben, sich von der erhöhten Belastung zu erholen und die Strukturen an die gesteigerte Belastung anzupassen.

(8) Sollte es während des Trainings zu Schmerzen kommen, so sollte die Belastung umgehend reduziert bzw. eingestellt werden. Die Schmerzen sollten spätestens 24 Stunden nach der Belastung wieder weg sein.

(9) Vergessen Sie bei all den Empfehlungen nicht den Spaß an der Bewegung… Der (Lauf-)Sport ist vielseitig und dient nicht nur der Gesundheitsförderung. Teilen Sie den Sport mit anderen, genießen Sie dabei die Natur oder nutzen Sie den Sport auch dazu, sich vom Alltagsgeschehen eine Pause zu gönnen. Die Anreize sind vielfältig!

 

 

Priv.-Doz. Dr. Inga Krauß

SpOrt Medizin Stuttgart

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Gesundheitstipps 2014


Tipp 1 : Achillessehnenbeschwerden im Laufsport

Der Laufsport erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit mit zunehmender Zahl der Laufsportler auf unterschiedlichem Niveau. Hierdurch kam es jedoch auch zu einem Anstieg der assoziierten Verletzungen und Überlastungsschäden. Die Achillessehne ist dabei zu den am meisten betroffenen Lokalisationen zu zählen.Insbesondere Laufsportler mit einem hohen Laufpensum haben sehr häufig mit Achillessehnenbeschwerden zu kämpfen. Bereits akute Beschwerden sollten konsequent und adäquat behandelt werden, da ein Übergang in eine chronische Form lange Leidens- und Ausfallszeiten mit sich bringen kann.In der Diagnostik und Behandlung von Achillessehnenbeschwerden müssen mehrere Faktoren einbezogen werden.

Art, Dauer und Lokalisation der Schmerzen, Schuhwahl, Laufuntergrund, Laufstil, Laufpensum und Laufintensität spielen in der Anamnese eine Rolle. In der klinischen Untersuchung wird vor allem auf sicht- und tastbare Veränderungen der Achillessehne geachtet, auf muskuläre Dysbalancen, die Beinachse (sowohl statisch als auch dynamisch), Beckenkippung, Spunggelenksstabilität und Fußform.Zusätzlich stehen bildgebende Verfahren zur Verfügung wie die Ultraschalluntersuchung, das Röntgen und die Kernspintomographie (MRT). Da erstere ohne zu befürchtenden Nebenwirkungen (keine Stahlenbelastung) schon viele Hinweise liefert, sollte sie vor allem in der Ertsuntersuchung nicht fehlen. Abhängig der dann bis dahin erhobenen Befunde kann darüber entschieden werden ob eine weitere Diagnostik notwendig ist oder bereits ein Therapieregime aufgestellt werden kann.

Mögliche Ursachen für Achillessehnenbeschwerden können Erkrankungen (Entzündungen, Degeneration, komplette oder partielle Einrisse) des Sehnengewebes oder des Sehnengleitgewebes, Verkalkungen und Schleimbeutelentzündungen sein. Dennoch sollten seltenere Differentialdiagnosen wie zum Beispiel Stressreaktionen des Fersenbeins nicht außer Acht gelassen werden.Ist die Diagnose gesichert, so kann anschließend eine gezielte und adäquate Therapie stattfinden um den Laufsportler wieder so schnell wie möglich und mit dem geringsten Rezidivrisiko bzw. Risiko von Folgeschäden auf sein gewohntes Leistungsniveau zurückzuführen.

Simeon Geronikolakis

Tipp 2 : Frauen und Sport

Frauen und Sport

Der Frauenanteil an den Sporttreibenden erhöht sich erfreulicherweise in den letzten Jahren zunehmend. Liegt der Anteil der Frauen in den Sportvereinen noch unter dem der Männer, ist die Anzahl in den Fitnessstudios nahezu identisch. 

Inwiefern profitieren Frauen von regelmäßigen sportlichen Aktivitäten?

Im großen Ganzen lieg der Benefit der regelmäßigen körperlichen Aktivität im Bereich dem der Männer. Frauen die regelmäßig Sport treiben, werden eher keine Probleme mit  Übergewicht haben, das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken ist geringer ebenso das Risiko einen Bluthochdruck zu entwickeln.

Die Trainingsgestaltung unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von der der Männer. Auf Grund der unterschiedlichen geschlechterspezifischen Hormone wird der Muskelzuwachs bei Männern leichter und schneller erreicht werden. Bezüglich der Ausdauerleistungsfähigkeit sind in der Regel die Männer den Frauen um 10% überlegen, dies liegt unter anderem an einem größeren Herzvolumen der Männer. 

Ob eine Trainingssteuerung der Frauen zyklusabhänig gestaltet werden sollte ist umstritten. Es gibt keine sicheren Erkenntnisse ob das Training  während der unterschiedlichen Zyklusphasen einen unterschiedlichen Effekt hat. Das Training kann, auch während der Menstruation, ganz normal gestaltet werden, sofern keine Beschwerden vorliegen, die ein Training dann unmöglich machen würden. Auch sollte ein Training unter Schmerzmedikation eher nicht durchgeführt werden. 

Auch in der Schwangerschaft kann sportliche Aktivität durchgeführt werden, wobei Intensität und Sportart an Schwangerschaftsmonat und ggf. vorliegende Risikofaktoren angepasst werden müssen. 

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass jede Frau von zusätzlichen sportlichen Aktivitäten in Ihrer Gesundheit profitieren wird. Idealerweise sollten 3 Einheiten wöchentlich Ausdauertraining absolviert werden, mit zusätzlichen Krafteinheiten in einem Umfang von 2 Einheiten in der Woche. Für das Ausdauertraining sollten etwa 40-60 min veranschlagt werden, sollte das Training mit dem Rad durchgeführt werden benötigt man etwa die dreifache Zeit. Das Krafttraining sollte einen Umfang von bis zu 30 min haben.

Dr. med. Ch. Kopp

FÄ Allgemeinmedizin

Universitätsklinikum Tübingen

Med. Klinik/Sportmedizin 

Tipp 3 : Kinder und Laufen

Beobachten wir Kinder, so fällt bei ihnen ein natürlicher Drang zur Bewegung auf. Nachdem die ersten Schwierigkeiten überwunden sind und der aufrechte Gang erlernt ist, flitzen sie mühelos von einer Ecke in die andere. Scheinbar ohne Pause stürmen sie drauf los und lassen uns Erwachsene „alt aussehen“. Diesen Bewegungsdrang sollten Sie unterstützen und auf spielerische Art und Weise fördern. Da Kinder sehr viel von Vorbildern lernen, ist Mitmachen hier dringend angesagt. Zumal auch wir Erwachsenen dabei viel von der Bewegungsfreude der Kinder lernen können. 

Allgemein bekannt ist, dass Bewegung unersetzlich ist für die körperliche Entwicklung sowie als Grundlage um die nötige Konzentration z.B. in der Schule zu erreichen.Bei älteren Kindern – ab ca.  dem Grundschulalter – kann das Training  gerne im Sportverein weitergeführt werden, wo die Kinder abwechslungsreich und spielerisch die Verbesserung der Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer trainieren. Laufen passiert dabei automatisch, vor allem der Spaß sollte hier großgeschrieben werden, Leistungsdruck ist noch fehl am Platz. Durch Training in einer Gruppe können die Kinder zudem andere wichtige Dinge erlernen wie Zusammenarbeit, Rücksichtnahme, Verständnis für Regeln und das Lösen von Konflikten. Wer bei Spiel und Sport Bestätigung findet, steckt auch mal Frust in der Schule leichter weg. Bewegung macht also nicht nur klug, sondern auch selbstbewusst.

Dr. med. Annette Hartmann

Tipp 4 : Laufen mit Bluthochdruck –Was wird empfohlen?

Nach der aktuell gültigen Definition liegt ein arterieller Hypertonus (Bluthochdruck) bei einem systolischen Wert > 140 mmHg und einem diastolischen Wert > 90 mmHg vor. Abhängig vom Alter weisen 10-50 % der Bevölkerung einen Bluthochdruck auf, wobei häufig eine die genetische Disposition (Erblichkeit) eine wesentliche Rolle spielt. Bereits in der Altergruppe der 25-29 jährigen Frauen weisen 10% erhöhte Werte auf und bei den Männern ungefähr 25 %.Die arterielle Hypertonie zeigt meist nur unspezifische Symptome auf und ist nicht mit Schmerzen verbunden.

Eine diagnostische Abklärung wird daher häufig erst nach zufälliger Messung erhöhter Werte eingeleitet. Zu diesem Zeitpunkt kann der Bluthochdruck schon über einen längeren Zeitraum vorliegen.In diesem Fall  können durchaus schon Folgeschäden wie Gefäßveränderungen (Atherosklerose) vorliegen. Deren Folgen potentielle Folgen sind eine Koronare Herzerkrankung, der Herzinfarkt sowie der Schlaganfall. Diese sind für einen großen Anteil  der Todesfälle in den Industrieländern verantwortlich. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Vorsorgeuntersuchung. Bei Personen mit Bluthochdruck kommt dem Sport in der Therapie ein wichtiger Stellenwert zu. Unter Berücksichtigung bestehender Leitlinien der Fachgesellschaften wird nach der Durchführung der Vorsorgeuntersuchung eine individuelle Anleitung zur sinnvollen Gestaltung der entsprechenden Sportart erstellt.

Dr. med. Jochen Hansel

Tipp 5 : Wahl des richtigen Laufschuhs

Prinzipiell gibt es unterschiedliche Typen von Laufschuhen: neutrale, leicht gestützte und stark gestützte Laufschuhe, Laufschuhe in Leichtbauweise sowie „Natural Running“ Laufschuhe. Neutrale Laufschuhe sollten von leichten und schweren Läuferinnen und Läufern getragen werden, die einen physiologischen Abrollvorgang haben, d.h. keine Instabilität im Sprunggelenk zeigen.

Leicht gestützte und stark gestützte Laufschuhe sind für Läuferinnen und Läufer mit einer verstärkten Knickbewegung des Sprunggelenks nach innen geeignet, wobei leicht gestützte Laufschuhe für leichtere Läufer und stark gestützte Laufschuhe für schwerere Läufer sinnvoll sind. In beiden Fällen sollte Stabilität im Sprunggelenk durch eine enge Fersenführung und eine große und stabile Fersenkappe sowie durch Torsionssteifigkeit im Mittelfußbereich gegeben sein. Laufschuhe in Leichtbauweise („light weight“) sind für Wettkämpfe und schnelle Tempoläufe geeignet und sollten nicht als herkömmliche Trainingsschuhe getragen werden.

„Natural Running“ Laufschuhe sind eine Ergänzung für Läufer mit stabilem Sprunggelenk zur Kräftigung der Fußmuskulatur. Läuferinnen und Läufer mit instabilem Sprunggelenk sollten diese zunächst nur im Alltag in der Gangsituation tragen, um ebenfalls eine Kräftigung der Fußmuskulatur zu erreichen. Insgesamt erfordert das Tragen von „Natural Running“ Laufschuhen eine längere Eingewöhnungsphase, da der Laufstil umgestellt werden muss.

Frauenlaufschuhe zeichnen sich vor allem durch spezifische Passformen aus, die der weiblichen Fußform entsprechen. Innerhalb der Frauenlaufschuhe gibt es ebenfalls die oben beschriebenen Kategorien neutral, leicht gestützt, stark gestützt, „light weight“ und „Natural Running“. Trotz spezieller Frauen- und Männerformen kann es manchmal sinnvoll sein, dass Frauen Männerschuhe (und umgekehrt) wählen, vor allem wenn keine optimale Passform im eigenen Segment gefunden wird.

Bei regelmäßigem Laufen (ab ca. 20km/Woche) empfiehlt es sich, mehrere Laufschuhe (mindestens zwei) abwechselnd zu tragen, so dass monotone Bewegungsabläufe vermieden werden. Zudem verschleißen die Laufschuhe dann auch langsamer. Die Haltbarkeit von Laufschuhen ist unterschiedlich (je nach Läufer, Laufstil, Gewicht,…). Ein grober Richtwert zum Ersetzen der Laufschuhe liegt bei ca. 1000km.

Prof. Dr. Stefan Grau

Leiter Forschungsbereich Klinische Biomechanik

Sportmedizin Tübingen

Tipp 6 : Das Läuferknie

Das iliotibiale Bandsyndrom (ITBS), Tractus-Syndrom oder auch Läuferknie genannt, stellt ein bei Läufern häufig auftretendes Krankheitsbild dar. Hierbei handelt es sich um eine Überlastung der Knochenhaut mit Reizzustand des Schleimbeutels zwischen der äußeren Oberschenkelrolle und dem sogenannten Tractus iliotibialis, einem Fascienstreifen der an der Außenseite des Oberschenkels die Muskulatur stützt und über dem äußeren Kniegelenk hinweg bis zum äußeren Schienbeinkopf reicht.Der Patient beklagt meistens äußere Kniebeschwerden, die vorwiegend belastungsabhängig auftreten und die sportliche Belastungsfähigkeit deutlich einschränken.Die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) liefert bereits deutliche Hinweise, durch die klinische Körperuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung kann dann in den meisten Fällen die Diagnose gestellt werden. Zum Ausschluss anderweitiger Pathologien bzw. Differentialdiagnosen (z.B. Knorpelschäden, Meniskusrisse, Knochenödeme) ist oft auch eine MRT-Untersuchung sinnvoll.

In der Behandlung steht initial die systemische und lokale Behandlung des Reizzustandes im Vordergrund, was mit entzündungs- und schmerzhemmenden Tabletten möglich ist sowie physiotherapeutischen und physikalischen Maßnahmen. Auch kann durch eine Stoßwellentherapie der Heilungsvorgang gefördert werden. Eine Infiltrationsbehandlung sollte nicht dringend in den ersten Therapieschritten stattfinden, kann aber bei ausbleibender Beschwerdebesserung durch die sonstigen konservativen Therapiemaßnahmen durchgeführt werden.Darüber hinaus ist von großer Bedeutung im Rahmen der Ursachenanalyse die ungünstigen Faktoren herauszufinden und diese zu beseitigen bzw. weitgehend zu korrigieren.Hierzu zählen neben den üblichen Trainingsaspekten unter anderem auch eine meistens muskulär bedingte Beckeninstabilität, eine Überpronation des Sprunggelenkes bei der Abstoßbewegung, eine varische Beinachse (O-Beine), eine Tractusverkürzung bei Blockaden des Kreuz-Darmbein-Gelenkes oder sonstige Muskeldysbalancen. Zudem kann der Patient begleitend durch einen entsprechenden in Phasen aufgebauten Trainingsplan Übungen zu Hause in Eigenregie durchführen und somit zur Beschleunigung der Genesung aktiv beitragen.Das gesamte Therapieregime sollte also individuell auf den Patienten abgestimmt und durch den Sportmediziner begleitet werden, dann sind gute Therapieerfolge und eine schnelle Wiederaufnahme des Lauftrainings bzw. Erreichung des gewohnten Leistungsniveaus zu erwarten.

Simeon Geronikolakis

Tipp 7 : Wie gefährlich ist das Laufen eines Halbmarathons und Marathons?

Immer wieder kommt es bei Laufveranstaltungen zu teilweise auch tödlichen Zwischenfällen. Scheinbar gesunde Sportler versterben während oder kurz nach dem Rennen. Doch wie hoch ist das Risiko eigentlich, dass man einen Herzstillstand im Rahmen eines (Halb-) Marathons erleidet? Eine Studie aus dem Jahr 2012 hat dies untersucht und kam zu folgenden Ergebnissen: Ein Herzstillstand tritt bei ca. 1 von 200 000 Marathonteilnehmern auf. Beim Halbmarathon ist das Risiko nur halb (!) so hoch. Frauen haben im Vergleich zu Männern ein ca. fünffach geringeres Risiko. 

Typischerweise treten Zwischenfälle dabei vor allem im letzten Viertel der Laufstrecke auf. Neben unerkannten bzw. asymptomatischen Herzkreislauferkrankungen waren Hitzschläge und eine Verschiebung der Blutsalze („Hyponatriämie“) für eine Vielzahl der Zwischenfälle verantwortlich. Zur Hyponatriämie kommt es vor allem dann, wenn der Salzverlust durch Schwitzen nicht richtig ausgeglichen wird. Dies kann z. B. durch übermäßige Zufuhr von „reinem“ Wasser geschehen, so dass das Trinken von Elektrolytgetränken von Vorteil ist.

Um Ihr eigenes Risiko so gering wie möglich zu halten, sollten Sie sich deshalb im Vorfeld sportmedizinisch untersuchen und beraten lassen. Langfristig überwiegt auf jeden Fall der Nutzen des Trainings die potentiellen Gefahren eines (Halb-) Marathons.

Prof. Dr. med. Christof Burgstahler

Facharzt Innere Medizin/Kardiologie/Sportmedizin

SpOrt Medizin Stuttgart

Sportmedizin Universitätsklinik Tübingen

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